Naturschnee

Viele Besucher fragen uns nach dem Unterschied zwischen Naturschnee und Kunstschnee.

Hier der Versuch einer Erklärung:
"Die Eigenschaften von Schnee hängen maßgeblich von der Form der Schneekristalle, der Temperatur sowie vom Flüssigwassergehalt ab. Die Form der Kristalle wird durch die meteorologischen Umweltbedingungen bei der Kristallisation bestimmt, sowohl bei natürlichem als auch bei künstlichem Schnee. Zu den Umweltbedingungen zählen vor allem die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, aber auch der Luftdruck. Kunstschnee unterscheidet sich in seiner Struktur (30-350 mikrometer, Kugelform) ganz wesentlich von Neuschnee (50-100 mikrometer, hexagonale Formen), je nach äußeren Bedingungen beträgt die massenspezifische Dichte von künstlich erzeugtem Schnee 300-500 kg/m³ (!! Naturschnee: 10-80 kg/m³ !!). Diese Unterschiede wirken sich auf die Albedo und die Wärmeleitfähigkeit der Schneedecke wesentlich aus. "

Alles klar? noch ein Versuch:
Auch Kunstschnee geht nur unter 4 C plus. Da er künstlich ist, hat jede Schneeflocke die exakt gleiche Form und Größe, das heißt sie können sich ganz dicht (und somit fest) aneinanderlagern ( in der Physik spricht man hier von der sogenannten dichtesten Packung durch Symmetrie). Dies bedeutet also, daß der Boden recht hart und fest wird. Die Verletzungsgefahr ist größer durch die Härte. Insgesamt ist alles schwieriger zu fahren, denn wenns warm schiebt sich mittags schon alles zu sulzigen Buckeln zusammen. Und, im Pulverschnee fällt es sich einfach weicher. Außerdem irgendwie schräg wenn sich nur eine weiße Autobahn durchs grüne Land zieht.

Jetzt alles klar?? Ein letzter Versuch
Im Wesentlichen geht's um die Dichte, Naturschnee hat eine andere Dichte und das gibt eben eine bessere Griffigkeit für Schi oder Board. Als angenehmer Nebeneffekt verringert sich die Verletzungsgefahr drastisch. Vorschlag: einfach ausprobieren
Wichtig (:- ... Schneebälle fliegen anders ... und der Schneemann baut sich besser aus Naturschnee!!

Eigentlich sollte uns mehr die ökologische Problematik am Herzen liegen:
Beim Einsatz von Schneeerzeugern stehen den Ansprüchen der Wintersportler auf möglichst „guten“ Schnee vor allem der hohe technische Aufwand bzw. die hohen ökonomischen und ökologischen Kosten gegenüber. Kritisiert wird von der OECD der enorme Verbrauch an Wasser und Energie und der damit verbundene langfristige Schaden für die Umwelt. Die etwa 3100 Schneekanonen in Europa verbrauchen pro Jahr und pro Hektar etwa eine Million Liter Wasser und 260.000 kWh Strom. Somit verbrauchen die Schneekanonen Europas jährlich soviel Energie wie eine Stadt von 150.000 Einwohnern und soviel Wasser wie eine Großstadt wie Hamburg. Dieses Wasser fehlt während den Wintermonaten in den Gewässern: Forscher haben festgestellt, dass seit Einführung der Schneekanonen bis zu 70 Prozent weniger Wasser in Bächen und Flüssen der französischen Alpen fließt. Auch kurzfristige Umweltschäden sind dann zu beobachten, wenn für Beschneiungsanlagen eigene Stauseen in vorher unberührten Gebirgsgegenden errichtet und einmalige Ökosysteme zerstört werden, um dem Menschen das Skifahren zu ermöglichen.
Ironischerweise werden Schneekanonen vermehrt eingesetzt, um den zurückgehenden Schneemengen aufgrund der globalen Erwärmung (Klimawandel) entgegenzutreten – die Beschneiung trägt aufgrund ihres enormen Energieverbrauchs aber gleichzeitig zur Verstärkung des Klimawandels bei.

Und mindestens genauso wesentlich: Die ethische Problematik
Die ethische Frage, ob der Mensch alles darf bzw. alles tun soll, wozu er technisch in der Lage ist, steht auch bezüglich der Anwendung von Schneekanonen im größeren Zusammenhang eines verantworteten Umgangs mit der Umwelt (Stichwort Umweltethik, Nachhaltigkeit...)

Quasi der Erfinder des Kunstschnees: Raymon RINGER (Kanada)
Das Grundprinzip wurde Ende der 40er Jahre durch Zufall in Kanada entdeckt, als ein Forscherteam, unter der Leitung des Kanadiers Raymond T. Ringer, Wasser in einem Windkanal bei tiefen Temperaturen sprühte, um die Vereisung von Düsentriebwerken zu untersuchen – und dadurch unerwünschter Schnee entstand. Die erste Druckluftschneekanone wurde 1950 von Art Hunt, Dave Richey und Wayne Pierce vom amerikanischen Ski-Hersteller Tey Manufacturing als Reaktion auf einen Winter ohne Schnee erfunden und 1954 zum Patent vergeben – welches jedoch später aufgrund der früheren Forschungsarbeiten für nichtig erklärt wurde. 1958 meldete der Amerikaner Alden Hanson die erste Propellerschneekanone zum Patent an, welches 1961 erteilt wurde. Die Erfindung einer kompletten Beschneiungsanlage mit einem Lanzensystem (Oktober 1970) geht auf Herman K. Dupré zurück, aus diesem Grund bezeichnet man derartige Anlagen meist als HDK-Anlage. (US Patent 3,706,414)

Abschließend noch das "wichtigste" Argument für Naturschnee (:-
Bälle aus Naturschnee haben ein anderes Flugverhalten! So werden bei der jährlichen Schneeballschlacht-WM in Winterberg (D) ausschließlich Naturschnee Schneebälle verwendet. Also, einer zünftigen Schneeballschlacht auf der Aflenzer Bürgeralm steht nichts mehr im Wege!